Tatsächlich gibt es viel Bewegung in den Liedern der neuen Erdmöbel-CD. Manchmal rührt das Schlagzeug munter-altmodische Conny-Froboess-Flottheiten zusammen, manchmal ist es eiskalter Techno-Beat. Dazu werden die "Schuhe von Audrey Hepburn" besungen, ein "wundervoller Nachmittag in Venedig" oder einfach nur der blaue Himmel. Warum diese idyllischen Liebeleien trotzdem nicht in den Kitsch abrutschen? Vielleicht, weil Berges gerade seine Glücks-Poeme immer ein bisschen Udo-Lindenberg-mäßig dahernölt. Oder weil er die reine, strahlende Lebensfreude meistens doch noch mit einer rätselhaften Metapher verschattet. Oh ja, der Pop-Dichter Markus Berges und seine Verse, die so vielschichtig sind und dennoch in jedem Halbsatz ein ganzes Lebensgefühl transportieren - sie wären einer eingehenden Betrachtung würdig. Allein schon die Zeilen des vorletzten Liedes der CD: "Anfangs Schwester heißt Ende". Aber da bricht nun doch wieder Berges' Melancholie durch. Und dabei hatte er sich fest vorgenommen, heitere Texte zu machen. (Andreas Fasel)