Das ist die perfekte CD für den Morgen, an dem man einfach liegen bleibt,
sich mit Kaffee und einem alten Lieblings-Comic in die Decke kuschelt und
sich von dem verschrobenem Flausch-Pop der Kölner einlullen lässt.
War auf dem Vorgänger Altes Gasthaus Love noch das ein oder andere
Verwirrspiel in der Musik zu finden, so geht es bei Für die Nicht Wissen Wie
ganz sachte und verspielt zu. Die Coverversionen von Burt Bacharach ("Close
To You/Nah Bei Dir") und Henri Mancini ("Nothing To Lose/Nichts zu
verlieren") geben den Ton für die ganze Scheibe in Richtung Easy Listening
vor, ohne allzu Easy zu werden. Da gibt es auch mit "Ich Wollte, Die Welt
Ginge Immer Bergab" einen riesigen Hit zu bewundern, der Song "Eidechse"
erinnert an Tomte in ihren entspannten Momenten, und musikalische
Merkwürdigkeiten wie "Am Arsch, Welt, Kannst Du mich kaputtschlagen" findet
man unter all der Blumenpop-Eingängigkeit auch noch.

Für die Nicht Wissen Wie ist keine Tanzscheibe, aber sie lässt dem Hörer die
Wahl, ob man sie gerne im Hintergrund oder ganz versunken-entspannt mit
voller Aufmerksamkeit hören möchte, und beide Versionen werden reich
belohnt. Einfach nett! --

Deborah Denzer

Kundenrezensionen
Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen

5 von 5 Sternen Eine der besten deutschen Bands, 7. September 2005

  Rezensentin/Rezensent: derphoebus (Mehr über mich) aus Berlin
Ich kenne die Band seit 2000 und es war immer interessant, die Entwicklung von Erdmöbel zu verfolgen, denn Neues gab es bei jeder Platte. Zuerst gitarrenlastiger Indierock, dann elektronischer, federleichter Chanson in Pop und nun - tja, so einfach kann man das gar nicht sagen.

"Für die nicht wissen wie" ist zum einen Teil geprägt von den Esay-Listening-Sounds der 60er Jahre, am eindrucksvollsten umgesetzt in den nahezu perfekten Coverversionen "Nah bei Dir/Close to you" (Bacharach) und "Nichts zu verlieren/Nothing to lose" (Manchini). Der andere Teil der Songs ist trockener instrumentiert als die Lieder des Vorgängeralbums "Altes Gasthaus Love". Was aber keineswegs negativ gemeint ist, im Gegenteil: "Ich wollte, die Welt ginge immer bergab" z.B. finde ich nicht nur wegen des wunderbaren Textes eines der besten Stücke. Und der Opener "Für die nicht wissen wie" ist der denkbar beste erste Eröffnungs-Song für das Album und gibt euphorisch die Stimmung für die ganze CD vor.

Bei deutschen Bands sind die Texte natürlich überproportional wichtig für die Qualität des Ganzen, und Markus Berges schreibt wunderschöne, assioziative Gedichte, die weit weg sind von der angestrengten Coolness vieler aktueller Bands. Zeilen wie "In der Leihbücherei/ in der Reihe Karl May/ bist Du der Weg zum Glück/ mit einem Einband aus wie/ rotes Regenschirmetui/ geb ich Dich nicht zurück" sind lustig und ergreifend zugleich. Und die Übersetzungen der beiden eingedeutschten Coverversionen könnten gelungener nicht sein.

Die Songs sind auch musikalisch völlig eigenständig - mal sehnsüchtig-leicht ("Au Pair Girl"), unkitschig-romantisch ("Russischbrot) oder abstrakt ("Ich wollte, die welt ginge immer bergab"). Nur zwei Songs (#4 + #11) wissen nicht so richtig zu überzeugen. Als Zusatz gibt es in dieser Limited Edition noch eine Extra-CD mit 6 Liveaufnahmen, die soundtechnisch hervorragend sind und zeigen, daß Erdmöbel live ein einzigartiges Erlebnis sind. Dazu gibt es noch zwei aktuelle Videos.

Diese Spätsommertage im September sind die perfekte Zeit, um diese Platte zu entdecken und sich von den zugleich fröhlichen und vielschichtigen Songs einfangen zu lassen.

5 von 5 Sternen Für die nicht wissen wie gut deutscher Pop sein kann..., 7. September 2005

  Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent aus Berlin Deutschland
Endlich ist es da, das lange erwartete neue Erdmöbel-Album und der Nachfolger des großartigen "Altes Gasthaus Love" von 2003. Und ich kann es gleich vorweg nehmen: Meine hohen Erwartungen an dieses Album wurden keineswegs enttäuscht! Erdmöbel liefern auf "Für die nicht wissen wie" großartige deutsche Popmusik ab, wunderschön und eingängig, originell und poetisch... und weit abseits dessen, was zur Zeit an deutschsprachiger Popmusik die Charts beherrscht. Die Düsseldorfer haben in den letzten Jahren ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Sound entwickelt und es dabei geschafft, sich immer wieder musikalisch zu verändern und nicht auf der Stelle zu treten. Und so klingt auch dieses neue Album wieder anders als sein Vorgänger: Die 12 Songs sind sparsam und effektvoll arrangiert, Elektronik wird nur noch dezent eingesetzt. Die Lieder sind eingängig, ohne dabei je ins banale abzugleiten. Und die Texte... gewohnt poetisch und wie immer etwas verschroben. Wer stimmungsvolle Musik mit intelligenten deutschen Texten mag, kann hier bedenkenlos zugreifen... und wer die letzten Erdmöbel-Albem mag, wird auch dieses neue Album lieben. Es fällt schwer, besonders gute Songs zu nennen, da das Album eher einen sehr guten Gesamteindruck hinterlässt als durch einzelne Highlights aufzufallen. Als Anspieltipps: "Ich wollte, die Welt ginge immer bergab", "Russischbrot" und "Au Pair Girl"... Einziger Nachteil des Albums: Es ist viel zu kurz... Also am besten gleich nochmal die Playtaste drücken. Und wer schnell ist und die limitierte Doppel-CD ergattert, kann sich auch noch über die Liveaufnahmen freuen!