Für die nicht wissen wie? Nach dem Hören des neuen Erdmöbel Albums mit eben jenem Titel hat man das Gefühl, ein bisschen besser zu wissen, wie. Zu leben. Denn hier wird der Alltag vertont.
Manche nennen dies Nichtigkeiten, aber so ist eben ? in der Leihbücherei (in der Reihe Karl May), im klapprigen Wagen, im grauen Haus oder auf dem Balkon. Auf diesem Album wird gegessen (Cornedbeef, Speck, Russischbrot), getrunken (Wein aus Plastikbechern!), gearbeitet (auf Polens Lohnniveau), geschlafen, wiederaufgewacht, ganz einfach: gelebt.
Vollkommen euphorisch geht es los mit dem Titeltrack, einem echten Hit für die letzten warmen Tage. Mit Ekimas? Posaune, überschwänglichem Gesang von Markus Berges und einfach guter Laune. Aber wie es nun mal ist im Leben, kommt nach Himmelhochjauchzend oftmals zu Tode betrübt. So folgt auf das dahinplätschernd-melancholische ?Au Pair Girl? dann auch bezeichnender Weise das ?Lied über gar nichts?. Die Texte (hier besser: Lyrik) sind übrigens durchweg großartig. (?Hörst du meine Melodie /die aufgehen will wie /nach dem Stromausfall die Sterne /über New York City??) Später wird auch mal geflucht, ?am Arsch, Welt, kannst du mich kaputtschlagen? und sich verliebt (Nah bei dir). Und mit ?Russischbrot? gibt es noch ein echtes Lieblingslied. Auch die Coverversionen (und ins Deutsche übertragene) von Burt Bacharach und Henry Mancini, die soundtechnisch Pate gestanden haben für diese Platte (wobei die Ekimas-Arrangements nach all den Jahren schon ein eigener Stil sind) sind sehr nett.

Daniel Höfelmann
07.09.2005