Nach dem von der Presse gelobten und den Fans geliebten 2003er Album "Altes Gasthaus Love" ist dem Kölner Quartett ErdmöbelFür die nicht wissen wie? ein großer Wurf gelungen. auch mit "Für die nicht wissen wie" ein großer Wurf gelungen.

Ein derart homogen eingespieltes und mit Gitarren, Klavier, Streichern, Schlagzeug, Mellotron, Akkordeon und Posaune lässig instumentiertes Werk wurde hierzulande schon länger nicht produziert. Inspiriert vom Easy Listening der 1960er Jahre - Burt Bacharachs "Close To You" und Henri Mancinis "Nothing To Loose" werden raffiniert als "Nah bei Dir" und "Nichts zu verlieren" ins Deutsche übertragen - ist ein Dutzend herrlicher Popsongs entstanden. 

Über all dem stehen die lyrischen Texte von Sänger Markus Berges, in denen es geht um "Nichtigkeiten. Essen, Trinken, Schlafen, Lieben, die Blicke und die Sekunden dazwischen" (Presseinfo). "Wo das graue Haus ist, wohn ich / brate Fische in der Nische / esse auf der Feuerleiter / ich trinke, wenn der Abend schön ist / Gläser Wein aus Plastikbechern" erfahren wir bereits in den ersten Minuten, später dann "Russischbrot und Küsse / wie auf dem Garagen Kies / den Mund voller Geheimnisse / Russischbrot und Küsse / hinterher vergaßen sie's" und zuletzt "Was ich an Deinem Nachthemd schätze / sind die Brombeeren und das Bauzelt / die dürre Schönheit hinten bei den Mietskasernen / der Laternen".

Christof Herrmann