Dieser Sarg ist kein IKEA - Möbel, sondern mit feinstem Funier versehen, innen gefüttert und so stabil gebaut das der Inhalt lange frisch bleibt. Sozusagen Immergrün! Während ich auf die nächste Staffel meiner derzeitigen Lieblingsserie "six feet under" warte, kann ich jetzt wenigstens schön Musik hören... Das 1. Mal sah ich Erdmöbel am 12.05.1996 auf "Die Insel" in Berlin-Treptow, wo sonst. Das bisher letzte Mal, vorige Woche im Frannz. Grossartig, wunderbar und haarsträubend wie jede Band die live ihre neue Platte noch übertrifft. Songs wie Brilliante, nein eigentlich eher wie ungeschliffene, unbearbeitete rohe Diamanten. Sie funkeln erst bei genauerem hinsehen (-hören). Erst wenn man sie putzt und poliert, wenn man in sie hineinschaut, sich in sie fallen lässt, brillieren sie. Die Lieder funkeln und spiegeln wieder als hätten sie nichts zu verlieren... Viele Künstler schreiben Texte wie Bücher, Gedichte und Geschichten voller tiefer Bedeutung ohne dass es sich reimt. Wenn man dagegen die Texte von Erdmöbel nur liest ist man über deren Wirkung mit Musik und Gesang dann vollkommen platt. Vielleicht das Geheimnis der Erdmöbel, die mich durch ihr neues Instrument "Posaune" ein wenig an GUZ & Die Aeronauten erinnern. Der Titelsong und 1. auf der Scheibe ging mir schön nach dem ersten Hören tagelang nicht aus den Ohr-Hirn. Sie wissen, wie man Lieder über die doch so wichtigen Unwichtigkeiten des Lebens schreibt. Ein "Lied über Garnichts" oder wie es die Lassie Singers mal sagen: "Irgendwas ist immer". Das Konzert, auch mit zwei drei alten Hits geschmückt, kommt kurz vor den Zugaben zum Höhepunkt. "Nah bei Dir/(They long to be) Close to you" im Orginal (die rechtlichen Fragen sind jetzt wohl auch geklärt ;) von Burt Bacharach, als größer Hit wohl eher von den Carpenters bekannt. Wer da keine Gänsehaut bekommt hat kein Herzm kein Gefühl, keinen Sinn für Romantik. Ein Lied, dass kniend seiner Freundin vorsingt oder wenigstens an sie denkt. Das schönste "nebelig" der Popgeschichte... [fake