Die Kölner Band Erdmöbel ist fast schon ein Phänomen. Mit schönster Regelmäßigkeit produzieren die Jungs um Sänger Markus Berges kleine Album-Juwelen, bleiben dabei aber - trotz fest eingeschworenen Fankreises - irgendwie der ewige Geheimtipp. Erdmöbel selbst nehmen es gelassen. "Natürlich wünscht man sich manchmal, dass man leichter viel Geld verdienen könnte", meint Produzent und derzeitiger Bassist Ekimas, "aber wir sind einfach so wie wir sind und haben Spaß dabei. Uns gibt es seit zehn Jahren, weil wir uns irgendwie nie haben unterkriegen lassen." Und deshalb präsentieren sie jetzt gutgelaunt ihr inzwischen fünftes Album.

"Für die nicht wissen wie" ist wie immer wunderbar lyrisch-verdrehter Stoff, den die Jungs in unpathetisch-trockener Art präsentieren. Während sich die Scheibe vom Sound her fast nahtlos in die Vorgängeralben einpasst, sind die poetischen Texte noch ein bisschen minimaler ausgefallen als bisher. Die kleinen Dinge des Alltags, die sie sonst so präzise beschreiben, sind nahezu auf nichts reduziert. Bestes Beispiel dafür ist das "Lied über gar nichts" Und so geht es munter weiter, alles kreist und dreht sich um nicht fassbare Dinge oder Gefühle, herrlich skurrile Kleinigkeiten eben, über die sich ewig und drei Tage nachdenken lässt, die man aber auch einfach nur genießen kann. Denn der Erdmöbel-Kosmos lebt von leichten, schwebenden Melodien. Zwar mischt sich da nach wie vor ein Hauch von Melancholie rein, aber insgesamt machen Erdmöbel mehr Tempo, sind frecher und fröhlicher geworden, findet auch Sänger Markus Berges: "Wir wollten auf dem Stand bleiben, aber gleichzeitig auch etwas Aggressiveres machen. Und das miteinander in Spannung bringen, so dass etwas Funkelndes entsteht!"

Neu ist übrigens auch, dass sich Erdmöbel erstmals ans Covern gewagt haben. In gelungener deutscher Neuinterpretation gibt es die 60er Easy Listening-Nummern "Nah bei dir" ("They long to be") von Burt Bacharach und "Nichts zu verlieren" ("Nothing to lose") von Henry Mancini.

von Christjane Höck