Nach einem "Bad mit Delfinen" sind die vier von Erdmöbel - bestatterdeutsch für einen Sarg - aus dem "Alten Gasthaus Love" weitergezogen und machen nun Musik "...für die, die nicht wissen wie." Wer das ist, kann auf dem Cover und in den beiden Videos, die die Limited Edition des Albums neben sechs Live-Tracks enthält, erkundet werden. Es wird keinen überraschen, dass es Menschen wie Du und ich sind, für die Erdmöbel ihren schwereluftleichten Easy Listening-Pop machen.

Mit ihrer behutsamen Vermischung von akustischen Instrumenten - gern auch abseits der üblichen Verdächtigen - und Elektrosounds, haben sie längst ihr Markenzeichen gefunden. Alle, die jemals sagten, deutsch sei als Songsprache zu kantig, zu ungelenk, straft Sänger Markus Berges mit seiner sanft säuselnden Stimme nun schon seit mehr als drei Alben Lügen. Auch "Für Die Nicht Wissen Wie" besteht aus Schubladen voller Schüttelreime und/oder sich reimenden Assoziationsketten wie "In der Leihbücherei / in der Reihe Karl May / bist du der Weg zum Glück / mit dem Einband aus wie / rotes Schirm-e-tu-i / geb ich dich nicht zurück". Das "Au Pair Girl" dient in selbigem Lied als Metapher für Verloren- und Verlassenheit. Ein "Lied über gar nichts" pluckert optimistisch vor sich hin, um nur wenig später im Trauermarsch "Ich wollte, die Welt ginge immer bergab" in die entgegengesetzte Stimmung zu kippen. Dazu wird der Bucharach/Carpenters-Klassiker "Close To You" original getreu zu "Nah Bei Dir" und Henry Mancinis "Nothing To Loose" zum beschwingten Bossa Nova "Nichts zu Verlieren" " dem wunderbaren Schlusspunkt des Albums.

"Für Die Nicht Wissen Wie" ist ein kleines Meisterwerk! Hoffentlich merken das bald viele Menschen.

 9 / 10