Erdmöbel

Für die nicht wissen wie

(Tapete/RecRec)

Selten fiel es mir so schwer wie hier, die richtigen Worte zur Beschreibung einer Platte zu finden. Das liegt daran, dass fast jede Formulierung zu «Für die nicht wissen wie» entweder übertrieben oder aber profan wirkt. Die vier nicht mehr ganz jungen Musiker präsentieren auf ihrem neuen Album einmal mehr und völlig ausser Konkurrenz die Leichtigkeit der Lakonik. Musik ohne Adjektive gewissermassen. Schon der Vorgänger «Alter Gasthaus Love» liess die deutschen Feuilletons einträchtig Lobeshymnen anstimmen. Der Chor wird wohl auch diesmal anschwellen. Woran liegt es, dass einen diese leitchfüssige, bläserunterstützte, zeitlos schöne Popmusik (inklusive zweier toll eingedeutscher Covers von Burt Bacherach und Henry Mancini) derart mit sich und der Welt versöhnt? Ich weiss es nicht. Man könnte aus Blumfeld-Perspektive Befreiung vom ewigen Reflektieren sehen. Von Element of Crime-Posen Erlösung finden. Und manches mehr. Letztlich aber will ich einfach wieder und wieder hören, wie sich Sänger Markus Berges ein «Lied über gar nichts» wünscht.

reto ashwanden