Markus Berges und Erdmöbel in Berlin 

Berlin (dpa) - Es spricht für die Kölner Band Erdmöbel, dass sie ganz zwanglos Lesung und Konzert an einem Abend zusammenbringt, und zwar so, dass am Ende alle glücklich sind. Das Publikum im fast ausverkauften Babylon in Berlins Mitte war es auf jeden Fall.

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«Das Leben ist schön», einer der letzten Songs des Abends, taugte ganz gut als Motto - Schönheit ganz pathosfrei und immer gut verpackt mit einem Grauschleier drumherum - das macht Erdmöbel im Moment niemand nach.

In Berlin las Sänger Markus Berges zunächst aus seinem gerade erschienen Debütroman «Ein langer Brief an September Nowak», und so gingen wir mit seiner 19-jährigen Protagonistin Betti auf eine Reise nach Südfrankreich, wo fast alles ganz anders ist als in der Fantasie eines jungen Mädchens aus der westfälischen Provinz. Berges hat ein Roadmovie geschrieben, das es in sich hat, bis zum sprachlich fulminanten Ende in den mannshohen Wellen der Atlantikküste.

Danach gab es Erdmöbel unplugged, die vier bestens gelaunten Jungs spielten fast alle Songs des neuen Albums «Krokus», manchmal auf Zuruf, und auch noch ältere Sachen wie das immer noch wunderbare «In den Schuhen von Audrey Hepburn». Dazwischen erklärte Bassist und Produzent Ekimas uns dem Unterschied zwischen Popsänger und Literat - der erstere trinkt Wasser aus der Flasche, der feine Buchmensch aus dem Glas - und dann gab es noch Kamelle in Form von Mini-Rasseln, und alle konnten selig den Takt schlagen.

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